| Der Eintritt in die Welt der bösen Filme und des Führerscheins | |
| Verfasst von bastman am 08.12.2008 um 17:47 Uhr | Seite: 1 |
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Der Eintritt in die Welt der bösen Filme und des Führerscheins Der Traum vom Erwachsenwerden In wenigen Tagen ist es soweit, ich werde „endlich“ achtzehn Jahre alt und es eröffnen sich komplett neue Möglichkeiten, mein Leben zu gestalten. Alles wird anders, wenn man im „Club der Erwachsenen“ ist. Zumindest habe ich mir das früher immer so vorgestellt, weil alle Verwandten und älteren Freunde so propagierten. In Wirklichkeit ist diese Angelegenheit jedoch viel langweiliger. Was kann ich denn nun tun, was ich früher nicht konnte? Alleine Auto fahren? Schön wär’s, ich besitze nur leider weder ein Gefährt, noch einen Führerschein. Unternehmen, welche Altersbeschränkungen vornehmen, und diverse Warnhinweise stehen mir nicht mehr im Weg, wenn es um anstößige Filme, Musik und Videospiele geht? Die Kontrollen an den Kassen sind so schwach, dass ich teilweise schon als Vierzehnjähriger an die „Erwachsenenware“ kam. Auch die Kontrolle an nächtlichen Clubs und Discos hielt mich nicht von den Veranstaltungen zurück, denen ist mein Alter, die Uhrzeit und vor allem die nicht vorhandene Erlaubnis meiner Eltern egal. Genauso sieht es beim Kauf von Zigaretten aus. Was bleibt, ist eine Menge Papierkram. „Wissen Sie schon, wie es nach der Schule bei Ihnen weitergeht?“ und „Wir möchten Sie nun als Erwachsenen beraten.“ oder „Wir hätten Sie gerne bei der Bundeswehr.“ heißt es in nicht wenigen der zehntausend Briefe, die einen bei Vollendung des achtzehnten Lebensjahres im Briefkasten erwarten. Sogar die Entschuldigungen für die Schule kann ich mir nun selbst schreiben und das umständliche Fehlzeitenformular eigenhändig ausfüllen. Wunderbar! Wehrpflicht und vollständige Strafmündigkeiten nagen eher an meiner Freiheit, als dass sie diese bereichern könnten (nicht, dass ich etwas besonderes vorhätte, was mit meiner Strafmündigkeit zu tun haben könnte). Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass das „Erwachsenwerden“ in unserem demokratischen Staat kaum Vorteile birgt, da die meisten bereits vorzeitig erlangt werden können, nämlich über Eltern, volljährige Freunde oder schlicht Falschangaben bezüglich des Alters. Die Moral (?): Was haben wir aus diesen Fakten gelernt? Der Jugendschutz lässt in Deutschland nach. Meine Meinung dazu ist gespalten. Wer hat die Situation noch nicht ausgenutzt, um an sein alkoholisches Lieblingsgetränk zu gelangen? Andererseits habe ich jedoch auch gesehen, wozu das in vielen Fällen führen kann. Den übermäßigen Genuss von Alkohol und Zigaretten lehne ich deshalb ab. Vor kurzem hat die verzweifelte Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) einen erneuten Versuch unternommen, die Alterskontrolle zu verschärfen, mittels vergrößerter Warnhinweise auf Videospielen. Doch der Schwachpunkt im System liegt beziehungsweise sitzt an den Kassen und Theken der Geschäfte. Mögen die Gesetze noch so streng sein, durch Ignoranz auf Seiten der Ausführenden können sie jederzeit ausgeschaltet werden. Das einzige, was nun noch helfen könnte, wäre ein erhöhtes Verantwortungsbewusstsein auf Seiten der Menschen, welche sich trotz des Nichterwachsenseins an den „ab 18“-Produkten ergötzen. Sebastian H. |
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