Die ewige Sequälerei und Remeckerei
Verfasst von bastman am 31.12.2008 um 15:32 Uhr Seite: 1

Die ewige Sequälerei und Remeckerei
Von Indiana Jones 5, Matrix 4 und Butterfly Effect 3

Wer kennt nicht die unterirdischen Fortsetzungen von Filmen, die eigentlich lieber einzeln stehen sollten? Nicht selten werden diese oder Neuverfilmungen produziert, obwohl die Vorlage eigentlich in sich geschlossen ist und keiner Handlungsweiterführung bedarf. Das Resultat besteht zu oft aus lieblosen Geschwüren, die den einst guten Film dem Abgrund der „Nie-im-Kino-Erscheiner“ näher bringen. Das Phänomen „liebloses Sequel“ lässt sich nicht nur bei Filmen, sondern auch bei Videospielen und sogar bei Elektronikgeräten beobachten. Spezifisch möchte ich bei jährlichen Updates der Produktpaletten nicht werden.

Doch wie können solche unschönen Vorkommnisse überhaupt entstehen? Wieder einmal lässt sich alles auf den Gewinnfaktor zurückführen, denn solange sich etwas verkauft - seien es nun Filme oder MP3-Player - ist es erfolgreich, unabhängig von Qualität und Innovation. Solange wir also die Schöpfer der lieblosen Sequels mit Geld füttern, werden sie nicht aufhören, diese zu produzieren. Eine Kette, die wir selbst in Händen halten, weiterstricken oder abbrechen können.

Nicht selten sind solche minderwertigen Erweiterungen auch erfolgloser als ihre Vorbilder, rentieren sich jedoch trotzdem, da der gemeine Kinogänger/Kunde sich sagt: „Der Vorgänger war cool, das wird jetzt bestimmt genauso toll!“ – Ein Gedanke, der den Grundstein für unsere „Gute-Film-Verhängnis“-Kette legt.

Bevor ich jetzt schon gesteinigt werde, sollte ich auch vorbildliche Ausnahmen wie „Herr der Ringe“- und die einstige „Indiana Jones“-Trilogien erwähnen, wobei erstere Filmreihe von vornherein als Trilogie konzipiert war und nicht mit geschlossenen Episoden daherkam.

Richtig macht es auch Fernando Meirelles, der den Roman „City of God“ (2002) erfolgreich auf die Kinoleinwand adaptierte und ihn später sogar mit der gleichwertigen Fernsehserie „City of Men“ (2002 - 2005) fortsetzte.

Doch spätestens bei Filmtiteln wie „Saw 5“ und „Bambi 2“ (eine Fortsetzung, 64 Jahre (!) nach dem Original) sollte es jedem Filmfan gruseln und ihm Albträume verschaffen. Immerhin sorgen überflüssige Dreingaben namens „John Rambo“ oder „Rocky Balboa“ auch für Verwirrung und lassen sich handlungstechnisch schwieriger einschätzen.

Die Moral war vermutlich schon deutlich, doch zur Sicherheit gibt’s diese hier noch einmal zum Mitschreiben: Ich werde nie wieder einen Kinosaal besuchen, der die lieblose Fortsetzung und/oder das schlechte Remake eines guten Filmes auf der Leinwand zeigt und mich im Zweifelsfall zur Vermeidung dieses Umstandes vorher über den Film informieren, zum Beispiel im Internet oder über Freunde.
Sebastian H.

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